Während bei früheren Börsenrallyes oftmals nur rosarote Brillen im Gebrauch waren, wird nun mit offenem Visier gefahren. Die Bedrohungen sind bekannt, gekauft wird trotzdem. Dabei lief in den vergangenen Tagen immer das gleiche Muster ab. Jeweils am Morgen drückten die vorsichtigen inländischen Gartenzwerge mit leichten Verkäufen die Kurse etwas nach unten. Mit den internationalen Anlegern kamen aber ab Mittag großvolumige Aufträge. Diese schoben wie ein vollbeladener Güterzug die schmalbrüstigen Prellböcke der Trend-Ungläubigen einfach weg.
Der Markt unterscheidet zwischen Ausverkauf und Rücksetzer. Beim crash-artigen „Sell-off‘“ wird das Tafelsilber zu Geld gemacht. In solchen Fällen müssen Anleger verkaufen, weil sie nicht mehr flüssig sind. Das war zuletzt 2008 der Fall. Gegenwärtig gibt es dafür aber keine Anzeichen. Liquidität ist genug vorhanden. Wir hatten bislang lediglich Rücksetzer. Einige sind ausgestiegen, um auf der sicheren Seite zu sein. Solche Gewinnmitnahmen führten aber nur zu Anstiegs-Unterbrechungen. Unterinvestierte Großanleger haben wie ein trockener Schwamm das herauskommende Material aufgesaugt. Deshalb gab es kaum Dellen. Denn bei Inflationsgefahren bieten Sachwerte Schutz. Rohstoffe und Immobilien sind schon gestiegen, nun holt der Sachwert Aktie nach.Anders sind die exzessiven Käufe kaum zu erklären. Solange die Haltezone zwischen 7220 und 7230 Punkten verteidigt wird, kann der Trend nach oben weitergehen. DAX-Droid ist zwar neutral ins Wochenende, dürfte aber beim nächsten Rücksetzer wieder dabei sein.
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